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ROI einer LiDAR-Halden-Inventur — Beispiel-Rechnung Zementwerk
08. April 2025 · Sachtleben Technology
Die Frage „Was bringt das?" kommt in jedem ersten Gespräch. Pricing geben wir bewusst nicht öffentlich an — jede Anlage ist eine eigene Konfiguration — aber eine ROI-Rechnung mit realistischen Bandbreiten ist immer machbar. Hier ist eine, gerechnet am Beispiel eines mittelgroßen Zementwerks, wie es in Schüttgut Praxis 04/2025 beschrieben ist.
Der Standort
Süddeutsches Zementwerk, eine Klinker-Lagerhalle plus zwei externe Halden für Kalkstein-Brechgut und Zumahlstoffe. Jährliche Materialbewegung im Bereich von 1,2 Mio. t. Bisher: monatliche manuelle Inventur per Tachymeter, plus eine geeichte Bandwaage am Klinker-Auslauf. Inventur-Differenzen typisch im Bereich 2–4 % gegenüber Buchbestand.
Die Investition
Eine OWL EYE® STOCKPILE- Installation für drei Halden umfasst hier:
- Drei Sensor-Standorte (Mast oder Hallendach), jeweils mit Multi-Sensor-Cluster
- IP65+-Gehäuse mit beheizter Optik (für Frost-Bedingungen im Winter)
- Stromversorgung, Datenleitungen, Überspannungsschutz
- Cloud-Dashboard plus OPC-UA-Anbindung ans bestehende ERP
- Inbetriebnahme, Erst-Kalibrierung, Schulung
Realistische Bandbreite einer solchen Installation: 80.000–150.000 € initiale Investition, abhängig von Halden-Größe, Sensor-Anzahl, IT-Anbindung und ATEX-Anforderungen. Wartung im laufenden Betrieb: kleiner mittlerer fünfstelliger Betrag pro Jahr für Software-Updates, Kalibrier-Checks und Hardware-Wartung.
Wo das Geld zurückkommt
Vier Kategorien tauchen bei fast jedem Zement-Kunden auf.
1. Reduzierte Inventur-Differenz
Bei 1,2 Mio. t Jahresumsatz und einem Materialwert von 40–80 €/t (Klinker, Zumahlstoffe) bewegt sich der Bewertungs-Korridor einer Inventur-Differenz schnell im sechsstelligen Bereich. Ein Wechsel von 3 % auf 1 % Differenz spart bei diesem Volumen realistisch 20.000–40.000 € pro Jahr an Wertberichtigungs-Aufwand und Korrektur-Buchungen.
2. Eingesparter Inventur-Aufwand
Eine monatliche manuelle Vermessung bindet typisch 4–6 Stunden Vermesser, plus 2–3 Stunden Auswertung und ERP-Eingabe. Über das Jahr: 100–150 Personenstunden, die jetzt entfallen. Bei einem Vollkosten-Stundensatz von 60–80 € entspricht das 6.000–12.000 € pro Jahr.
3. Bessere Aufgabe-Steuerung am Klinker-Lager
Mit kontinuierlicher Bestandsdaten kann die Klinker-Aufgabe enger am Bedarf gefahren werden. In dem dokumentierten Werk wurden über das erste Betriebsjahr 1,8 % weniger Klinker-Überproduktion bilanziert — bei einem Klinker-Wert in der Größenordnung von 40 €/t und einer Klinker-Produktion von 800 Kt entspricht das einer mittleren bis hohen sechsstelligen Zahl, die wir in der Beispielrechnung konservativ mit 15.000–25.000 € pro Jahr ansetzen (nur der Anteil, der direkt der Mess-Genauigkeit zugerechnet werden kann).
4. Bandwaagen-Drift früher erkennen
Über die parallele LiDAR-Messung am Klinker-Förderband (siehe VOLUME FLOW) wurde in den ersten 12 Monaten zweimal eine Bandwaagen-Drift von >3 % identifiziert, jeweils Wochen vor der nächsten geplanten Kalibrierung. Geschätzte Einsparung an Material-Bewertungs-Korrekturen und einer vermiedenen ungeplanten Bandwaagen-Kalibrier-Schicht: 3.000–8.000 € pro Jahr.
Bilanz
| Position | Realistische Bandbreite |
|---|---|
| Initiale Investition | 80.000–150.000 € |
| Wartung pro Jahr | 5.000–15.000 € |
| Reduzierte Inventur-Differenz | 20.000–40.000 € / Jahr |
| Eingesparter Inventur-Aufwand | 6.000–12.000 € / Jahr |
| Bessere Klinker-Steuerung (anteilig) | 15.000–25.000 € / Jahr |
| Frühere Bandwaagen-Drift-Erkennung | 3.000–8.000 € / Jahr |
| Summe Einsparungen brutto/Jahr | 44.000–85.000 € |
| Netto/Jahr (nach Wartung) | 39.000–70.000 € |
| Amortisationszeit | 14–38 Monate (1–3 Jahre) |
Was die Tabelle nicht zeigt
Drei Effekte, die wir bewusst nicht monetisieren, weil sie sich werksabhängig stark unterscheiden:
- Weniger Disposition-Diskussionen mit dem Betrieb (weicher, aber real).
- Bessere Datenbasis für Energie-Optimierung (Trockner, Mühle).
- ESG-Reporting und CO₂-Bilanz auf Basis tatsächlicher Materialmenge, nicht nur ERP-Buchung.
Ehrlicher Hinweis
Diese Bandbreiten sind kein Angebot. Jede Anlage ist eine eigene Konfiguration; jeder Standort hat andere Materialwerte, andere Inventur-Praxis, andere Datenanbindungs-Anforderungen. Die Größen- ordnungen kommen aus realen Installationen, die Verteilung über die konkreten ROI-Quellen verschiebt sich von Werk zu Werk deutlich.
Was die Beispielrechnung verlässlich zeigt: für ein mittelgroßes Zementwerk liegt die Amortisation einer LiDAR-Halden-Inventur bei 1–3 Jahren — bei mehreren Messungen im Monat unter zwei Jahren, und danach arbeitet das System ins Plus.
Mehr zur Volumenmessung im Zementwerk unter /zement/, dazu /stockpile/ und /industries/.
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