Beide Technologien messen Halden-Volumen kontaktlos. Sie sind nicht austauschbar. Diese Seite zeigt Dimension für Dimension, wann jeder von beiden gewinnt — und wie Sachtleben für Ihren Standort entscheidet.
LiDAR (Light Detection and Ranging) tastet eine Oberfläche mit nahinfrarotem Laser ab und misst die Rücklaufzeit der Pulse. Resultat: dichte Punktwolken mit Millimeter-Auflösung in den für Industrie-Halden relevanten Reichweiten (5-200 m). Daraus entsteht ein präzises 3D-Modell der echten Materialoberfläche, kalibrierbar auf ±1 % Volumen.
Radar (Radio Detection and Ranging) sendet Mikrowellen und misst deren Rücklaufzeit. Mikrowellen durchdringen Staub, Nebel und sogar dünne Materialschichten. Der Preis: räumliche Auflösung ist etwa zwei Größenordnungen niedriger als bei LiDAR — Radar liefert "Halde da, wie hoch" aber nicht "wie genau ist die Oberflächengeometrie".
Beide haben ihre Berechtigung. Eine saubere Indoor-Zucker- lagerhalle ist eine Lehrbuch-LiDAR-Anwendung. Ein Kohlekraftwerks-Silo mit ständiger Kohlenstaub-Zirkulation ist eine Lehrbuch-Radar-Anwendung. Die meisten Installationen liegen dazwischen — und genau dort entscheidet der untenstehende Vergleich. Speziell für die Füllstandmessung im Silo: unser Ratgeber 3D-LiDAR oder Radar im Silo.
Sachtleben evaluiert beides für jedes Projekt. Wir default-en auf LiDAR, weil es das breitere Einsatzfenster abdeckt — und nutzen Radar, wo die Physik es verlangt.
| Dimension | LiDAR | Radar |
|---|---|---|
| Räumliche Auflösung | mm-cm bei typischen Reichweiten | dm-m |
| Volumengenauigkeit | ±1 % kalibriert | ±3-8 % typisch |
| Reichweite | 5-200 m (industriell); 500 m+ spezialisiert | bis mehrere km |
| Staub-/Nebel-Durchdringung | eingeschränkt bei starkem Schwebstaub; Multi-Echo hilft | exzellent — sieht hindurch |
| Oberflächen-Erfassung | vollständige 3D-Punktwolke, jede Kontur | nur Mittelwert-Höhe; Kegelform-Annahme |
| Material-Differenzierung | erkennt Material-Grenzen über Reflektivität | nein — ein Mittelwert-Echo |
| Sensor-Kosten | 1-5 k€ pro Einheit, Tendenz sinkend (Industrie-3D) | 3-20 k€ pro Einheit (industriell) |
| Sensor-Wartung | Fenster-Reinigung alle 6-12 Monate; optional Druckluft-Auto-Reinigung | praktisch null — keine Optik |
Salz-, Zucker-, Düngemittel-, Hackschnitzel-Hallen. Luft meist sauber, Optik bleibt Monate brauchbar. LiDAR-Genauigkeit ±1 % geht zur Abrechnung.
Sektionierte Halden mit Volumen pro Zone, nicht nur Gesamt. Nur LiDAR-3D-Punktwolke liefert Volumen pro Polygon.
FIFO-Inventur, Haltbarkeitsüberwachung, Frische-Flags pro Zone — braucht Oberflächen-Historie pro Koordinate. Nur LiDAR erfasst das.
Materialprofil über laufendes Band in Echtzeit. 2D-LiDAR-Querscan misst Durchsatz in t/h. Radar löst Querschnitt nicht auf.
Drive-through-3D-Snapshots jeder LKW-Durchfahrt — Beladungsform, Höhe, Außermittigkeit. Pure LiDAR-Anwendung; Radar fehlt die Auflösung.
Zementklinker-Bunker, Kohlesilos mit permanenter Staub-Zirkulation. LiDAR-Fenster blendet schnell; Radar sieht hindurch.
Sie brauchen nur durchschnittliche Füllhöhe, keine Oberflächen-Form. Radar ist einfacher, wartungsärmer, Genauigkeit reicht.
Halden-Distanzen >300 m, wo LiDAR-Signal-Rausch-Verhältnis abfällt. Radar liefert auf km-Skala noch nutzbares Echo — relevant für Großtagebau-Monitoring.
OWL EYE® ist um 3D-LiDAR aufgebaut, weil es das breitere Einsatzfenster der beiden Technologien abdeckt. Aber wir sind sensor-agnostisch — wir integrieren Radar, wo die Physik es verlangt, und wir sagen Ihnen das offen.
Livox, Hesai, Pepperl+Fuchs, SICK — wir mischen pro Projekt. Nicht an eine Technologie gebunden.
Jede Installation kriegt eine einmalige Material-Dichte-Kalibrierung — Volumen → Masse ist ehrlich, nicht theoretisch.
Druckluft-Impuls aufs Optik-Fenster alle 30 min für staubige Installationen. Schließt die LiDAR-vs-Staub-Lücke.
Wenn Ihr Standort 24/7 reines Staub-Inferno ist, schlagen wir eine Radar-Variante oder Hybrid vor. Wir verkaufen nicht was nicht passt.
Entscheidungsrelevante Fragen, die Käufer vor der Spezifikation stellen.